Echthaarperücken

Echthaarperücken

Echthaarperücken haben eine lange Geschichte. Das Echthaar für Perücken und Extentions stammt heute meist aus Indien und China. Die Haare aus China werden von Menschen aus ärmeren Regionen verkauft, die sich etwas Geld damit verdienen. In Indien wird das Haar in Tempeln geopfert, um Glück und Segen ihrer Gottheit zu erhalten, eine Gabe für Gott. Die Haarspenden sind eine der Haupteinnahmequellen der Tempel. Die Erlöse werden teilweise für gemeinnützige Zwecke ausgegeben. Aber weder Gott noch die Tempel werden reich damit. Echte Haare sind einer der teuersten Rohstoffe der Welt. Der größte Abnehmer sind die USA, Kanada, Deutschland, Skandinavien und England. Es ist ein Millionengeschäft, Stars in Hollywood tragen ständig Extensions oder Echthaarperücken. Jede fünfzehnte Frau in Deutschland hatte schon einmal Extensions und Echthaarperücken, vor allem Perücken mit langen Haaren, sind begehrt.

Das Haar aus China ist etwas dicker als das europäische Haar. Von diesem Haar wird in Säurebädern die Schuppenschicht gelöst, das sind feine, in Wuchsrichtung angeordnete Schuppen, die nur mikroskopisch zu erkennen sind. Damit möchte man ein Verfilzen der Haare vermeiden, zudem wird es durch diesen Prozess dünner und formbarer. Das Haar verliert dadurch seinen Glanz und wird deshalb anschließend mit einer Silikonschicht überzogen.

Das Remy Hair ist das luxuriöseste Haar für Echthaarperücken und Extensions. Das europäische Haar ist das teuerste, weil der Europäer sich nicht so gern und häufig von seinen langen Haaren trennt. Das indische Haar ist genetisch dem europäischen am ähnlichsten. Nur unbehandeltes Haar, sogenanntes Virgin Hair entspricht dem Qualitätsansspruch für Remy Hair. Die intakte Schuppenschicht lässt das Haar natürlich glänzen und die Haare verfilzen nicht. Das Haar wird nach dem Sortieren und Reinigen auf Baumwollbänder genäht, damit die Wuchsrichtung bei der Verarbeitung eingehalten wird. In einem Osmosebad, einem Prozess aus der Kaschmirindustrie, werden die Haare entfärbt. Dieser Vorgang ist besonders schonend, die Formeln dafür werden von den verarbeitenden Firmen streng geheim gehalten. Anschließend werden die Haare in 50 verschiedenen Farben gefärbt.

Eine Echthaarperücke wird niemals nur aus Haaren in einer Farbe geknüpft, ein natürlicher Farbton entsteht erst aus mehreren Nuancen. Das Knüpfen einer Perücke beherrschen in Deutschland nur noch Wenige. Unterschiedliche Verarbeitungsarten bestimmen die Zeit, in der eine Perücke geknüpft wird. Bei hochwertigen Perücken, also handgeknüpften, braucht der Perückenmacher ca. 3-4 Wochen. Etwa 100000 Haare werden per Hand einzeln auf Tüll geknüpft und verknotet. Das feine Gewebe am Oberkopf, das Monofilament, wirkt wie echte Kopfhaut, ist leicht und luftdurchlässig. Bei dieser Verarbeitung kann man das Haar variabel frisieren, die Echthaarperücke ist unauffällig und natürlich. Bei einer Tressenmontur werden die Haare maschinell auf feine Baumwollbänder genäht. Viele Hersteller setzen auch hier ein handgeknüpftes Monofilament ein, um die Perücke natürlicher wirken zu lassen. Eine günstigere Variante der Verarbeitung.

Echthaarperücken sind hochwertig, bestechen durch Ihre Natürlichkeit und haben gerade bei langen Haaren eine längere Haltbarkeit als Kunsthaarperücken. Eine Echthaarperücke lässt sich frisieren, Locken, Wellen, vieles ist möglich, dennoch sollten aggressive Stylingmethoden vermieden werden. Eine Echthaarperücke braucht eine spezielle Pflege. Zur Grundpflege gehören immer Shampoo und Balsam und zur intensiveren Behandlung eine Pflege zum Einsprühen, die im Haar verbleibt und vor Umwelteinflüssen, wie Sonne, Staub und trockener Luft schützt. Alle drei Wochen sollte eine Haarmaske angewendet werden, damit das Haar geschmeidig und kämmbar bleibt. Die Plegehinweise von Herstellern und Fachhandel für Echthaarperücken sollten unbedingt beachtet werden. Die Zweithaarprodukte sind auf die Ansprüche einer Perücke abgestimmt.